SCHULE in der KöLLNISCHEN VORSTADT

50 Jahre später – Zurück in unserer Schule

50 Jahre später – Zurück in unserer Schule

Lauter Hände mit Berufen darauf geschrieben
Quelle: Eigene Aufnahme

Unsere Frau Röske berichtet:

Im Jahre 1971 begann in Berlin-Köpenick der Bau einer neuen Schule. In moderner Skelettbauweise des Typs Berlin SK68 errichtet, ragte sie bald als Symbol einer neuen Zeit empor. Vier Jahre später, am 6. September 1975, öffneten sich ihre Türen zum allerersten Mal – und wir – meine Klasse und ich – waren die Ersten, die sie durchschritten. Unsere Einschulung an der 24. Polytechnischen Oberschule: ein Moment voller Aufregung und Erwartung, sogar das Fernsehen war dabei, um diesen besonderen Tag festzuhalten.

alte Schulklasse
Quelle: Erste Schulklasse der Georg – Kaßler- Oberschule

Später erhielt unsere Schule den Namen „Georg-Kaßler-Oberschule“. Für uns jedoch blieb sie mehr als ein Name – sie war unser täglicher Begleiter, unser Lernort, unser Spielplatz, unser Stück Jugend von der ersten bis zur zehnten Klasse.

Das Wiedersehen nach einem halben Jahrhundert

Fünfzig Jahre sind vergangen seit jenem sonnigen Septembertag. Fünfzig Jahre voller Geschichten, Erfahrungen und Wege, die uns in alle Himmelsrichtungen verstreuten. Und doch führte uns ein besonderer Zauber wieder zusammen – aus der Gemeinschaft von Kindern wurde eine Gemeinschaft der Erinnerung.

Erwachsne bei einem Klassentreffen in der Schule
Quelle: Eigene Aufnahme

Wir trafen uns vor unserer alten Schule, standen wieder auf dem Hof, auf dem wir einst Fangen gespielt hatten, und lachten wie damals. Mit uns waren auch wichtige Menschen der Vergangenheit gekommen – unsere erste Klassenlehrerin Frau Windelschmidt und, ab der siebten Klasse, Frau Brunzel. Frau Hofer, die aktuelle Schulleiterin, begleitete uns durch das Gebäude, das uns so vertraut schien und doch den Hauch der Jahre in sich trug.

Eine Reise zurück ins Klassenzimmer

Und schließlich betraten wir einen der Räume, der uns fast kindliches Herzklopfen bescherte: unseren alten Biologieraum.
Auf den Schultischen lagen kleine Namenskärtchen – so wie damals vor 50 Jahren. Ein warmes Lächeln huschte über unsere Gesichter, als wir wieder unsere Plätze einnahmen.

Erwachsene sitzen an Kindertischen
Quelle: Eigene Aufnahme
Erwachsnee sitzen in einem Kinderklassenraum
Quelle: Eigene Aufnahme

Es folgte eine Unterrichtsstunde aus der Vergangenheit, spielerisch, leicht und voller Freude. Wir bastelten Papierflieger und ließen sie durch den Raum segeln, probierten uns noch einmal an der Schreibschrift und testeten unser Gedächtnis bei einem heiteren Bilder-Raten – ganz wie die „Montagsmaler“, nur eben mit Schulwörtern. Für einen Moment war es, als hätten die Jahre keine Macht über uns.

Schriftprobe
Quelle: Eigene Aufnahme

Ein Bild für die Ewigkeit

Zum Abschluss versammelten wir uns auf der Schultreppe, dort, wo vor 50 Jahren unser erstes Klassenfoto aufgenommen wurde. Dieses Mal blickten erwachsene Gesichter in die Kamera – mit Falten, Lebenserfahrungen und Geschichten, doch unverändert verbunden im Herzen.

Erwachsnee stehen an der Tür der Schule in der Köllnischen Vorstadt
Quelle: Eigene Aufnahme

Danach setzten wir das Fest des Wiedersehens fort, bei einem Italiener, mit gutem Essen, angeregten Gesprächen und herzhaftem Lachen.

Eine Geschichte, die noch nicht zu Ende ist

So wurde unser Klassentreffen nach einem halben Jahrhundert zu einer Reise durch die Zeit – zurück in die Unbeschwertheit unserer Kindheit, zurück an den Anfang. Ein „Es war einmal“, das uns bis heute verbindet. Denn einige Geschichten enden nie, sie leben in uns fort – wie die Erinnerung an die Schulzeit, an Freundschaft und an einen ganz besonderen Septembertag im Jahr 1975.

Und wie in jeder guten Geschichte gibt es auch hier eine besondere Wendung des Schicksals: Ich bin heute Lehrerin an genau dieser Schule. Und darüber bin ich sehr froh, denn nun darf ich selbst die nächsten Generationen von Kindern unterrichten – an jenem Ort, an dem unsere eigene Geschichte begann.

So schließt sich der Kreis und unsere gemeinsame Erzählung lebt weiter – mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die sich an einem Ort verweben, den wir alle im Herzen tragen.


26.09.2025